Website und Technik
Website bei Google anmelden
Wie eine neue Website in den Index kommt: Search Console einrichten, Sitemap einreichen, Bing Webmaster Tools nutzen und die Indexierung prüfen, statt zu hoffen.
· Redaktion websitefun.de
Die „Anmeldung bei Suchmaschinen“ war einmal ein Formular, in das man seine Adresse eintrug. Diese Zeit ist seit über zwanzig Jahren vorbei – Suchmaschinen finden Seiten, indem sie Links folgen. Dienste, die Ihnen heute noch eine Eintragung in „hunderte Suchmaschinen“ verkaufen, verkaufen nichts.
Was stattdessen zu tun ist, sind vier Schritte.
Schritt 1: Search Console einrichten
Die Google Search Console ist kostenlos und die einzige Stelle, an der Sie sehen, wie Google Ihre Website tatsächlich behandelt. Ohne sie raten Sie.
Bei der Einrichtung wählen Sie zwischen zwei Arten von Eigentum:
- Domain-Eigentum umfasst alle Unterdomains und beide Protokolle. Der Nachweis läuft über einen Eintrag im DNS. Das ist die bessere Wahl, wenn Sie an die DNS-Einstellungen herankommen.
- URL-Präfix deckt nur eine Schreibweise ab, also etwa
https://www.beispiel.de/. Der Nachweis geht über eine Datei, einen Meta-Tag oder ein bereits eingerichtetes Analysewerkzeug.
Wenn Sie das URL-Präfix nehmen, richten Sie es für genau die Variante ein, die der Server nach seinen Weiterleitungen ausliefert. Wer alles auf www leitet, aber die Version ohne www einträgt, sieht dauerhaft keine Daten.
Schritt 2: Sitemap erzeugen und einreichen
Eine Sitemap ist eine XML-Datei mit allen Adressen, die indexiert werden sollen. Sie ersetzt keine gute interne Verlinkung, hilft aber Google beim vollständigen Erfassen.
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
<url>
<loc>https://www.beispiel.de/</loc>
<lastmod>2026-08-14</lastmod>
</url>
</urlset>
Drei Punkte, an denen es regelmäßig klemmt:
- Die Sitemap muss auf demselben Host liegen wie die Eigentümerschaft. Eine Sitemap unter einer anderen Domain lehnt Google mit einem Fehler ab.
- In die Sitemap gehört nur, was auch indexiert werden soll. Seiten mit
noindexin der Sitemap sind ein widersprüchliches Signal – Sie bitten um Aufnahme und verbieten sie gleichzeitig. - Die Adressen müssen exakt so geschrieben sein wie das Canonical. Mit
www, mit oder ohne abschließenden Schrägstrich – aber einheitlich.
Eingereicht wird sie in der Search Console unter „Sitemaps“. Zusätzlich gehört ein Verweis in die robots.txt:
User-agent: *
Allow: /
Sitemap: https://www.beispiel.de/sitemap.xml
Prüfen Sie danach im Browser, ob die robots.txt diese Zeile wirklich enthält. Manche Hoster und Sicherheitsdienste liefern eine eigene, verwaltete Fassung aus und verschlucken die Zeile – dann bringt die Änderung im Projekt nichts.
Schritt 3: Bing einrichten
Die Bing Webmaster Tools funktionieren ähnlich und können die Daten direkt aus der Search Console übernehmen, wenn Sie das erlauben. Der Aufwand sind zehn Minuten.
Das lohnt sich mehr, als der Marktanteil vermuten lässt: Bing versorgt die Suche in Windows, in Outlook und – je nach Anbieter – Teile mehrerer KI-Assistenten. Wer dort nicht auftaucht, fehlt auch in deren Antworten.
Bing unterstützt außerdem IndexNow: Sie hinterlegen einen Schlüssel auf dem Server und melden neue oder geänderte Adressen aktiv. Das ist deutlich schneller als abzuwarten, bis jemand vorbeikommt.
Schritt 4: Prüfen statt hoffen
Nach ein bis zwei Wochen schauen Sie nach, ob es gewirkt hat.
Der schnelle Blick: Suchen Sie bei Google nach site:ihredomain.de. Die Anzeige ist ungenau, zeigt aber, ob überhaupt etwas im Index ist.
Der genaue Blick: In der Search Console unter „Seiten“ steht, wie viele Adressen indexiert sind und aus welchen Gründen andere es nicht sind. Die häufigsten Meldungen und was dahintersteckt:
| Meldung | Bedeutung |
|---|---|
| Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert | Google kennt die Seite, hält sie aber für nicht wichtig genug. Meist ein Inhaltsproblem. |
| Gefunden, zurzeit nicht indexiert | Google kennt die Adresse, war aber noch nicht da. Oft Geduld, manchmal ein Hinweis auf zu viele dünne Seiten. |
| Alternative Seite mit richtigem Canonical | Kein Fehler, sondern die Bestätigung, dass Ihre Canonical-Angabe verstanden wurde. |
| Durch robots.txt blockiert | Sie sperren die Seite aus. Prüfen, ob das gewollt ist. |
| Seite mit Weiterleitung | Die Adresse leitet weiter, indexiert wird das Ziel. |
| Soft 404 | Die Seite liefert Status 200, wirkt inhaltlich aber leer. Typische Folge von Sammelweiterleitungen auf die Startseite. |
Was die Indexierung wirklich beschleunigt
Nicht die Einreichung, sondern Links von Seiten, die Google ohnehin regelmäßig besucht. Ein einziger Verweis aus einem aktiven Branchenverzeichnis, einem Verbandsauftritt oder einem laufenden Blog bringt mehr als jede Sitemap.
Der zweite Faktor ist die interne Verlinkung. Eine Seite, die von nirgendwo verlinkt ist und nur in der Sitemap steht, wird von Google als unwichtig behandelt – zu Recht, denn die Website selbst behandelt sie so.
Wie eine Seitenstruktur aussieht, in der jede Seite erreichbar ist, und woher Besucher heute überhaupt kommen, steht unter Besucher ohne Toplisten. Die technischen Voraussetzungen im Kopfbereich stehen unter Das HTML-Grundgerüst.