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Werkzeug · Bilder

PNG komprimieren

PNG-Dateien kleiner machen, ohne die Transparenz oder die scharfen Kanten zu opfern.

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Warum ein PNG anders kleiner wird als ein JPG

Bei JPG gibt es einen Qualitätsregler, weil das Format Bildinformation wegwerfen darf. PNG darf das nicht. Es ist per Definition verlustfrei: Was hineingeht, kommt exakt so wieder heraus. Ein Regler für Qualität wäre dort ein Widerspruch in sich.

Kleiner wird ein PNG deshalb auf einem anderen Weg. Die Kompression in PNG sucht nach Wiederholungen: gleiche Farbwerte nebeneinander, gleiche Zeilen untereinander. Je weniger verschiedene Farben ein Bild enthält, desto mehr findet sie. Ein Logo aus fünf Farben komprimiert dramatisch besser als dasselbe Logo, bei dem durch Weichzeichnen 4000 minimal unterschiedliche Farbtöne entstanden sind.

Genau da setzt der Farbregler an. Er fasst ähnliche Farben zu einer zusammen – nach dem Median-Cut-Verfahren, das den Farbraum immer an der breitesten Stelle teilt, bis die gewünschte Anzahl erreicht ist. Aus 4000 Tönen werden 64, das Bild sieht nahezu gleich aus, und die Datei schrumpft oft um die Hälfte oder mehr.

Richtwerte nach Bildart

BildartFarbenTypische Ersparnis
Logo, Symbol, Piktogramm16 bis 3260 bis 80 Prozent
Strichzeichnung, Diagramm16 bis 6450 bis 75 Prozent
Screenshot einer Oberfläche64 bis 12830 bis 60 Prozent
Screenshot mit Foto darin128 bis 25610 bis 30 Prozent
Reines FotoFormat wechselnPNG ist hier die falsche Wahl

PNG-8, PNG-24, PNG-32: was die Zahlen bedeuten

In Bildprogrammen tauchen beim Speichern verschiedene PNG-Varianten auf. Sie unterscheiden sich darin, wie viel Platz je Bildpunkt reserviert wird:

VarianteFarbenTransparenzGröße je Punkt
PNG-8höchstens 256, aus einer Tabellean oder aus, keine Zwischenstufen1 Byte
PNG-2416,7 Millionenkeine3 Byte
PNG-3216,7 Millionen256 Stufen, also auch weiche Kanten4 Byte

Ein PNG-8 ist bei gleicher Bildgröße also von vornherein ein Viertel so groß wie ein PNG-32. Für Logos, Symbole und Strichgrafiken ist das die richtige Variante – solange man keine weichen Halbschatten braucht. Der Farbregler auf dieser Seite arbeitet in dieselbe Richtung: Er reduziert die tatsächlich vorkommenden Farben so weit, dass die Kompression im PNG deutlich mehr Wiederholungen findet.

Warum Screenshots so groß werden

Ein Bildschirmfoto sollte eigentlich das Paradebeispiel für ein kleines PNG sein: große einfarbige Flächen, klare Kanten, wenige Farben. In der Praxis sind Screenshots oft mehrere Megabyte groß. Dafür gibt es drei Gründe, und alle drei lassen sich abstellen.

  1. Die doppelte Auflösung. Moderne Bildschirme nehmen mit zwei- oder dreifacher Punktdichte auf. Ein Fenster, das auf dem Schirm 900 Punkte breit wirkt, wird als 2700 Pixel breite Datei gespeichert. Das Feld für die längste Kante löst genau das.
  2. Weichgezeichnete Schatten und Transparenzen. Fensterschatten und halbdurchsichtige Leisten erzeugen tausende minimal verschiedene Farbtöne. Genau dort greift die Kompression nicht mehr. Wer den Schatten beim Aufnehmen abschaltet oder das Fenster eng beschneidet, spart mehr als jeder Regler.
  3. Fotos oder Verläufe im Bild. Sobald ein Foto im Screenshot steckt, gelten dafür die Regeln von Fotos. Dann ist ein Zuschnitt auf den relevanten Ausschnitt der bessere Weg als eine stärkere Farbreduktion über das ganze Bild.

Der Fall, in dem Sie hier falsch sind

Wenn Ihr PNG ein Foto ist, holen Sie über die Farbanzahl fast nichts heraus, und was Sie herausholen, sieht man. Ein Foto hat naturgemäß Tausende Farbtöne, das ist kein Fehler, sondern sein Wesen. Der richtige Schritt ist dann ein Formatwechsel: PNG in JPG, wenn die Datei das Haus verlässt, oder WebP über das freie Umwandeln-Werkzeug, wenn sie auf eine Website soll. Der Größenunterschied liegt dort nicht bei 30 Prozent, sondern bei 80.

Der zweite Hebel: die Pixelmaße

Screenshots werden auf modernen Bildschirmen mit doppelter oder dreifacher Auflösung aufgenommen. Ein Fenster, das auf dem Schirm 800 Punkte breit ist, landet als 2400 Pixel breite Datei. Wenn dieser Screenshot später mit 800 Pixeln in einer Anleitung steht, sind zwei Drittel der Daten reine Verschwendung.

Tragen Sie deshalb im Feld für die längste Kante ein, wie breit das Bild tatsächlich angezeigt wird. Das spart in aller Regel mehr als jede Farbreduktion. Beides zusammen ist die stärkste Kombination, die PNG hergibt.

So gehen Sie vor

  1. PNG-Dateien in die Fläche ziehen.
  2. Falls die Datei größer ist als die Anzeige: längste Kante eintragen.
  3. Farbanzahl nach der Tabelle oben wählen, im Zweifel 64.
  4. Komprimieren, Ergebnis anschauen. Sieht man Streifen in Verläufen, mit mehr Farben erneut starten.

Warum PNG bei Logos trotzdem oft die richtige Wahl bleibt und wann ein SVG die bessere Antwort ist, steht im Ratgeber unter Bildformate im Vergleich.

Häufige Fragen

Warum gibt es hier keinen Qualitätsregler?

Weil PNG verlustfrei ist. Es gibt in dem Format keine Stellschraube für Qualität – jeder Bildpunkt wird exakt gespeichert. Kleiner wird ein PNG nur über einen anderen Weg: weniger unterschiedliche Farben. Genau das macht der Farbregler. Er ist die einzige echte Stellschraube, die PNG hat.

Wie viele Farben brauche ich?

Bei Logos, Symbolen und Strichzeichnungen reichen oft 16 bis 32 Farben, ohne dass ein Unterschied zu sehen ist. Screenshots von Benutzeroberflächen kommen meist mit 64 bis 128 aus. Fotos brauchen mehr als 256 und sind in PNG ohnehin falsch aufgehoben – für die ist JPG oder WebP richtig.

Bleibt die Transparenz erhalten?

Ja. Der Alphakanal wird nicht angetastet, nur die Farbwerte werden zusammengefasst. Das ist der entscheidende Unterschied zur Umwandlung in JPG, bei der die Transparenz endgültig verloren geht.

Sieht man die Farbreduktion?

Das hängt vom Bild ab. Bei großen einfarbigen Flächen sieht man bis hinunter zu 16 Farben nichts. Bei weichen Verläufen entsteht ab einem gewissen Punkt eine Streifenbildung, weil die Zwischentöne fehlen. Fangen Sie hoch an und gehen Sie schrittweise runter, bis Sie etwas sehen – dann eine Stufe zurück.

Gibt es einen noch besseren Weg?

Ja: dieselbe Grafik als WebP speichern. WebP kann verlustfrei arbeiten wie PNG, komprimiert dabei aber deutlich besser, und Transparenz kann es auch. Für alles, was auf einer Website landet, ist das die bessere Wahl. Nur wenn das Bild ein PNG bleiben muss, ist die Farbreduktion der Weg.