Bilder und Grafik
Bildlizenzen verstehen
Welche Bildlizenz erlaubt was: CC0, CC BY, CC BY-SA, Public Domain und die Bedingungen der großen Bilddatenbanken. Mit den Punkten, an denen es in Deutschland teuer wird.
· Redaktion websitefun.de
„Kostenlos“ und „frei verwendbar“ sind zwei verschiedene Aussagen, und der Unterschied ist in Deutschland regelmäßig vierstellig teuer. Ein Bild kann kostenlos herunterladbar sein und trotzdem an Bedingungen hängen, deren Verletzung eine Abmahnung auslöst.
Dieser Text sortiert die Lizenzarten, die Ihnen wirklich begegnen, und benennt die Stellen, an denen es in der Praxis schiefgeht.
Die Lizenzarten
Public Domain und CC0
Public Domain heißt: Die Schutzfrist ist abgelaufen oder der Urheber hat auf alle Rechte verzichtet. In Deutschland endet der Schutz 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Ein Gemälde von 1850 ist gemeinfrei – die aktuelle Fotografie dieses Gemäldes unter Umständen nicht.
CC0 ist der ausdrückliche Verzicht des Urhebers auf alle Rechte, soweit gesetzlich möglich. Sie dürfen das Bild verwenden, verändern, verkaufen und in kommerzielle Projekte einbauen, ohne jemanden zu nennen. Das ist die einfachste und sicherste Lizenz für Websites.
Die Creative-Commons-Familie
Bei allen anderen CC-Lizenzen sagen die Buchstaben, was gilt:
| Kürzel | Bedeutung | Für eine Firmenwebsite |
|---|---|---|
| CC BY | Namensnennung erforderlich | geeignet, Nennung nicht vergessen |
| CC BY-SA | Nennung, Weitergabe unter gleicher Lizenz | heikel, kann eigene Inhalte anstecken |
| CC BY-ND | Nennung, keine Bearbeitung | nur unverändert, also kein Zuschnitt |
| CC BY-NC | Nennung, nicht kommerziell | für Firmenseiten nicht geeignet |
| CC0 | kein Vorbehalt | uneingeschränkt geeignet |
Zwei Punkte werden dabei laufend unterschätzt:
NC schließt mehr aus, als man denkt. „Nicht kommerziell“ meint nicht nur den direkten Verkauf. Eine Vereinswebsite mit einem Spendenaufruf, ein Blog mit Werbebannern oder die Seite eines Selbstständigen gelten in der Regel bereits als kommerziell. Wer im Zweifel ist, nimmt ein anderes Bild.
SA kann übergreifen. Die Bedingung „Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ ist dafür gedacht, dass abgeleitete Werke frei bleiben. Wie weit das reicht, wenn ein Bild in eine größere Gestaltung eingebaut wird, ist juristisch nicht abschließend geklärt. Für Geschäftskunden ist das ein vermeidbares Risiko.
Die Bedingungen der Bilddatenbanken
Große Plattformen wie Unsplash, Pexels oder Pixabay arbeiten nicht mit Creative Commons, sondern mit eigenen Lizenzen. Die sind meist großzügig, enthalten aber fast immer dieselben drei Einschränkungen:
- Bilder dürfen nicht als eigenständiges Produkt weiterverkauft werden – kein Postkartendruck aus einem Gratisbild.
- Erkennbare Personen dürfen nicht so dargestellt werden, dass ein Zusammenhang mit heiklen Themen entsteht.
- Es besteht keine Zusicherung, dass Marken, Gebäude oder Personen auf dem Bild freigegeben sind.
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Die Plattform lizenziert das Foto, nicht die Rechte an dem, was darauf zu sehen ist.
Wo es in der Praxis schiefgeht
Die Namensnennung fehlt oder ist versteckt. Bei CC BY muss der Urheber genannt werden, und zwar so, dass ein normaler Besucher es findet. Ein Bildnachweis, der nur im Quelltext steht oder hinter drei Klicks liegt, erfüllt die Bedingung nicht. Ein Hinweis direkt unter dem Bild oder eine verlinkte Nachweisseite ist der übliche Weg.
Die Lizenz ändert sich später. Plattformen passen ihre Bedingungen an. Maßgeblich ist die Lizenz zum Zeitpunkt des Herunterladens – aber nur, wenn Sie belegen können, wann das war. Speichern Sie zu jedem Bild Quelle, Urheber, Lizenz und Datum.
Personen auf dem Bild. Neben dem Urheberrecht steht das Recht am eigenen Bild. Ein Foto darf lizenzrechtlich einwandfrei sein und trotzdem nicht verwendbar, weil die abgebildete Person nicht zugestimmt hat. Bei Stockfotos gibt es dafür Modelfreigaben – bei Gratisbildern fast nie.
Marken und Bauwerke. Ein Foto mit einem gut sichtbaren Markenlogo ist in der Werbung problematisch. Bei Bauwerken gibt es in Deutschland die Panoramafreiheit für Aufnahmen von öffentlichen Wegen aus, in anderen Ländern aber nicht.
KI-erzeugte Bilder. Eigene Kategorie mit eigenen Fragen – dazu steht mehr unter KI-Bilder rechtssicher nutzen.
Ein Bildnachweis, der funktioniert
Legen Sie für jedes verwendete Bild vier Angaben ab, am besten in einer Tabelle im Projekt:
- Dateiname auf Ihrem Server
- Quelle mit vollständiger Adresse
- Urheber, wie ihn die Quelle nennt
- Lizenz und Datum des Herunterladens
Auf der Website reicht daraus eine Nachweisseite, die im Fußbereich verlinkt ist. Der Aufwand liegt bei zwei Minuten pro Bild und erspart im Ernstfall die Diskussion darüber, ob Sie das Bild rechtmäßig verwenden.
Sichere Quellen
Für Websites praktikabel sind vor allem Sammlungen mit CC0 oder gleichwertiger Lizenz. Eine Auswahl mit Einordnung steht unter Hintergrundbilder und Icons; für Schriftarten gilt eine eigene Logik, die unter Schriften erklärt ist.
Wenn das Bild dann feststeht, geht es weiter mit Bilder für die Website optimieren.
Dieser Text ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung. Bei einer konkreten Abmahnung oder bei Bildern mit erkennbaren Personen in Werbung führt kein Weg an einer anwaltlichen Prüfung vorbei.