Werkzeug · Bilder
JPG komprimieren
JPG-Dateien kleiner machen und dabei sehen, was es kostet. Der Vergleich steht direkt hinter jedem Dateinamen.
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Mehrere Dateien möglich. Nichts wird hochgeladen.
Was der Regler tatsächlich tut
JPEG speichert kein Bild aus Bildpunkten, sondern eine Beschreibung davon. Es zerlegt das Bild in Blöcke von acht mal acht Punkten und beschreibt jeden Block als Summe von Wellenmustern – grobe Muster für die groben Züge, feine Muster für die Details. Der Qualitätsregler bestimmt, wie genau die feinen Muster gespeichert werden. Bei 100 fast exakt, bei 50 sehr grob, bei 20 gar nicht mehr.
Deshalb verschwinden beim Komprimieren immer zuerst die feinen Farbabstufungen und nicht die Konturen. Ein zu stark komprimiertes Foto sieht nicht unscharf aus, sondern fleckig. Wenn Sie prüfen wollen, ob ein Wert noch reicht, schauen Sie nicht auf das Gesicht in der Bildmitte, sondern auf den Himmel im Hintergrund. Dort zeigt sich der Verlust zuerst.
Die Reihenfolge, die die meiste Dateigröße spart
Der Qualitätsregler ist nicht die stärkste Stellschraube. Die stärkste ist die Bildgröße in Pixeln – und zwar mit Abstand.
| Maßnahme | Typische Ersparnis | Sichtbarer Verlust |
|---|---|---|
| 4000 px auf 1600 px verkleinern | rund 85 Prozent | keiner, solange das Bild nicht größer angezeigt wird |
| Qualität von 95 auf 80 | rund 50 Prozent | bei Fotos keiner |
| Qualität von 80 auf 60 | rund 30 Prozent | in Verläufen sichtbar |
| JPG in WebP umwandeln | rund 30 Prozent | keiner |
Deshalb steht auf dieser Seite auch das Feld für die längste Kante. Tragen Sie dort die Breite ein, in der das Bild tatsächlich angezeigt wird, und komprimieren Sie erst danach. Wer nur den Qualitätsregler benutzt, kämpft an der falschen Front. Für reines Verkleinern ohne Qualitätsverlust gibt es Bild verkleinern als eigenes Werkzeug.
Warum dieselbe Zahl in zwei Programmen verschieden aussieht
Die Qualitätszahl bei JPEG ist nicht genormt. Sie ist eine Angabe an den jeweiligen Encoder, und jeder Encoder legt sie anders aus. Photoshop hat eine Skala von 0 bis 12, viele Programme eine von 0 bis 100, und selbst zwei Programme mit derselben Hunderterskala liefern bei „80“ unterschiedlich große Dateien.
Daraus folgt eine praktische Regel: Vergleichen Sie nie die eingestellte Zahl, sondern immer das Ergebnis. Wenn ein Kollege sagt, er speichere „immer mit 70“, hilft Ihnen das nichts, solange Sie nicht dasselbe Programm benutzen. Was zählt, ist die Dateigröße neben dem Bild – und die steht hier direkt hinter jedem Dateinamen.
Wie Sie prüfen, ob Sie zu weit gegangen sind
Der übliche Fehler beim Prüfen ist, das Bild in der Miniaturansicht anzusehen. Dort sieht auch eine völlig zerdrückte Datei noch gut aus. Schauen Sie stattdessen an drei Stellen nach, und zwar in voller Anzeigegröße:
- Große gleichmäßige Flächen. Himmel, weiße Wand, unscharfer Hintergrund. Dort zeigt sich als erstes eine wolkige oder streifige Struktur, die vorher nicht da war.
- Übergänge zwischen sehr hell und sehr dunkel. Ein Ast vor hellem Himmel, eine Dachkante, ein dunkler Text auf hellem Grund. Dort entsteht ein flimmernder Saum.
- Gesättigte Rottöne. JPEG speichert Farbe gröber als Helligkeit, und Rot trifft es am härtesten. Ein rotes Logo im Bild franst früher aus als alles andere.
Wenn eine dieser Stellen auffällt, gehen Sie in Fünferschritten hoch und vergleichen erneut. Die Grenze liegt bei den meisten Fotos zwischen 70 und 78 – darüber sieht man nichts, darunter plötzlich alles.
Richtwerte für den Alltag
- Foto als E-Mail-Anhang: längste Kante 1600 px, Qualität 80. Landet meist unter 300 kB.
- Bild für eine Website: längste Kante auf die Anzeigebreite, Qualität 80, danach über JPG in WebP nochmals ein Drittel sparen.
- Upload in ein Formular mit Größengrenze: Kante schrittweise senken, nicht die Qualität. Ein 1200-px-Bild mit Qualität 85 sieht besser aus als ein 3000-px-Bild mit 40.
- Bild soll gedruckt werden: nicht komprimieren. Behalten Sie das Original und geben Sie es der Druckerei unverändert.
So gehen Sie vor
- JPG-Dateien in die Fläche ziehen.
- Falls das Bild größer ist als nötig: längste Kante eintragen.
- Qualität einstellen und komprimieren.
- Ergebnis prüfen. Hinter jedem Namen steht die alte und die neue Größe und der Unterschied in Prozent. Passt es nicht, mit anderem Wert erneut starten.
Wenn Ihre Datei keine JPG-, sondern eine PNG-Datei ist, führt der Weg über PNG komprimieren – dort funktioniert das Kleinerwerden grundlegend anders, weil PNG verlustfrei arbeitet.
Häufige Fragen
Welchen Qualitätswert soll ich nehmen?
Für Fotos, die jemand anschaut, liegt der vernünftige Bereich zwischen 75 und 85. Darunter werden zuerst Verläufe fleckig – Himmel, Haut, unscharfe Hintergründe. Für Bilder, die nur als kleine Vorschau erscheinen, reichen 60. Wenn Text oder ein Logo im Bild ist, gehen Sie auf 90, sonst bekommt jede Kante einen Schmutzsaum.
Warum wird meine Datei nicht kleiner?
Zwei häufige Gründe. Erstens: Das Bild war schon stark komprimiert, dann ist wenig zu holen und die zweite Kompression kostet mehr Qualität als sie Platz spart. Zweitens: Der eingestellte Wert liegt über der Qualität des Originals – dann wird die Datei sogar größer, weil JPEG die vorhandenen Kompressionsartefakte mitspeichert. Das Werkzeug zeigt beides ehrlich an, auch wenn die Datei wächst.
Kann ich mehrfach komprimieren?
Technisch ja, sinnvoll nein. Jeder Durchgang wirft Bildinformation weg, und das ist nicht umkehrbar. Wer dreimal mit 80 komprimiert, hat am Ende kein Bild mit Qualität 80, sondern eines, das deutlich schlechter aussieht. Gehen Sie immer vom Original aus.
Verliere ich Bildschärfe oder nur Dateigröße?
JPEG tastet die Schärfe kaum an, es vereinfacht Farbe. Was zuerst verschwindet, sind feine Farbabstufungen in großen Flächen – deshalb wirken schlecht komprimierte Fotos fleckig und nicht unscharf. Erst bei sehr niedrigen Werten werden die Blockgrenzen sichtbar, dann sieht man das typische Karomuster.
Bleiben die Aufnahmedaten erhalten?
Nein, alle Metadaten werden verworfen. Für Bilder, die verschickt oder ins Netz gestellt werden, ist das ein Vorteil: Aufnahmeort und Kameraseriennummer gehen niemanden etwas an. Wenn Sie die Daten brauchen, behalten Sie das Original.
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